Routen


Im Herzen des antiken, römischen „Ticinum“

Der Rundgang kann bei einem der Symbole Pavias beginnen, und zwar dem Schloss der Visconti aus dem 14. Jahrhundert, einem eleganten, befestigten Wohnsitz, in dem seit 1950 die Musei civici (Städtische Museen) untergebracht sind. In unmittelbarer Nähe dazu befindet sich die romanische Basilika S. Pietro in Ciel d’Oro aus dem 12. Jahrhundert, in der die Arca di S. Agostino (Grabmal von S. Agostino) und die Grabstätten des Philosophen und Schriftstellers Severino Boezio bewahrt sind.
Man überquert Viale Matteotti und geht in die Strada Nuova, den Cardo Maximus der römischen Stadt, und heute eine der wichtigsten Einkaufsstraβen Pavias.
Von Piazza Castello kommend, stöβt man rechts auf die Fassade des Teatro Fraschini, während sich ein wenig weiter auf der gegenüberliegenden Seite ein Komplex von Gebäuden und Höfen befindet, die durch Gänge und Laubengänge miteinander verbunden sind. Es handelt sich um die Universität, deren ältester Teil auf das Jahr 1485 zurückgeht (wobei die Institution bereits 1361 als „studium generale“ qualifiziert wurde). Auf der nebenan liegenden Piazza Leonardo Da Vinci befinden sich drei der fünf mittelalterlichen Türme, die in Pavia erhalten sind (auf dem Fresko „Veduta di Pavia“, das auf der Innenfassade der Basilika S. Teodoro erhalten ist, zählt man über dreiβig, aber einige alte Texte sprechen von hunderten von Türmen) und die Krypta von S. Eusebio (11. Jahrhundert).
Zurück am Haupteingang der Universität, geht man durch die Via Roma zu Piazza del Carmine, wo man die Fassade des Palazzo Langosco-Orlandi aus dem 15.Jahrhundert (im 19. Jahrhundert umgebaut) sehen kann und die Kirche S. Maria del Carmine, die ein schönes Beispiel für lombardische Gotik in roten Ziegelsteinen ist.
In der Nähe der Carmine befinden sich die neoklassizistische Anlage Palazzo e Stabilimento di Belle Arti Malaspina, die kleine mittelalterliche Kirche S. Giovanni Domnarum und die Kirche SS. Gervasio e Protasio aus dem 18. Jahrhundert. Diese wurde auf einer frühchristlichen Kathedrale erbaut, der ersten Basilika Pavias, die auf Geheiβ des Bischofs und Schutzpatrons der Stadt, S. Siro, im 4. Jahrhundert errichtet worden war und deren architektonische Elemente in der heutigen Konstruktion noch sichtbar sind.
Wenn man durch Via XX Settembre geht (hinter der Kirche der Carmine) und noch weiter ein Stück auf Corso Cavour, erreicht man Piazza della Vittoria, an welcher der antike komunale Palazzo Broletto liegt, der ab dem 10. Jahrhundert in verschiedenen historischen Epochen gebaut wurde. Neben Piazza Vittoria befindet sich der Dom auf dem gleichnamigen Platz, auf dem man auch die Statue des Regisole, das Vescovado (Gebäude aus dem Ende des 16. Jahrhunderts) und die Überreste der Torre Civica (erbaut im 9. Jahrhundert zu religiösen wie auch komunalen Zwecken), die am 17. März 1989 in sich zusammengefallen ist.
Wenn man in die Via Teodolinda geht und weiter auf Via Cossa, erreicht man die Kirche von S. Teodoro (Ende 12.-Anfang 13. Jhd). Geht man dann Vicolo Terenzio hinunter, kommt man zu Porta Calcinara, einem der zwei Tore, die von den Stadtmauern aus dem 12. Jahrhundert übrig sind. Wenn man Lungoticino Visconti entlanggeht, kann man in einer Seitenstraβe die Casa degli Eustachi aus dem frühen 15. Jahrhundert und den Ponte Coperto, ein weiteres Symbol von Pavia, sehen. Wenn man nun den Lungoticino Sforza entlanggeht, kommt man zur Porta Nuova aus dem 12. Jahrhundert, die kürzlich erst renoviert wurde. Man geht Via Perelli entlang und kommt schlieβlich zu Piazza Borromeo, an der das gleichnamige Collegio (Studentenwohnheim, 16. Jhd.), das Krankenhaus S.ta Margherita (Fassade aus dem 15. Jhd.) und ein Haus aus dem 18. Jahrhundert mit den Resten eines romanischen Turms liegen. In der Nähe des Collegio Borromeo befindet sich die Kirche S. Luca (spätes 16. Jhd) und die romanische Kirche SS. Primo e Feliciano (restauriert, mit Formen aus dem 18. Jahrhundert im Inneren).
Wenn man Corso Garibaldi in Richtung Strada Nuova weiter geht, gelangt man zur Basilika S. Michele (in romanischem Stil gehalten, ist sie die bedeutendste Basilika der Stadt) auf dem gleichnamigen Platz. Geht man Via S. Michele und Via Cavallotti weiter, kommt man rechts auf Corso Mazzini und gelangt zu Piazza Municipio, wo man Palazzo Mezzabarba aus dem 18. Jahrhundert bewundern kann. Folgt man der Via Scopoli kommt man zum Botanischen Garten. Kehrt man in Corso Mazzini zurück und nimmt rechts die Via Sacchi, gelangt man zu den Kirchen S.ta Maria di Canepanova (16. Jhd) und S. Francesco d’Assisi. Dahinter liegt Piazza Ghislieri, an der das gleichnamige Collegio liegt, die entweihte Kirche S. Francesco da Paola (aus dem 17. Jhd, heute Kongresszentrum und Konzertsaal, während in dem angeschlossenen Kloster heute das Civico Istituto Musica Franco Vittadini untergebracht ist) und das erste Studentenwohnheim von Pavia, das Castiglioni-Brugnatelli, aus dem Jahr 1429.
Abgesehen von den beschriebenen Sehenswürdigkeiten, kann man bei diesem Rundgang – leider oft nur von auβen – viele Palazzi und herrschaftliche Wohnsitze (zum Beispiel Palazzo Olevano, Palazzo Bottigella, Palazzo Bellisomi-Vistarino) und weitere Kirchen Pavias (S. Lanfranco, SS. Salvatore – oder S. Mauro -, S.ta Maria in Betlem, S. Lazzaro, S.ta Maria alle Cacce) bewundern.
Etwa 10 km von Pavia entfernt, in Richtung Mailand, befindet sich das äuβerst bedeutende Baudenkmal Certosa.